Da ich eh schon lange lange nichts mehr geschrieben habe, hier nun das endgültige AUS für diesen Blog.
ABER: Dafür geht es an anderer Stelle weiter. Nämlich im Medienkulturblog.de !!!
Schaut vorbei und habs Spaß.
Hier bin ich raus.
Ende
derAlekx
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Mit Spannung erwartet, heute war es nun soweit: Das Bundesverfassungsgericht hatte heute über den sogenannten „Cicero-Fall“ zu entscheiden. In diesem wurden (zum Zwecke der Ermittlung interner Informanten innerhalb des BKA) die Redaktionsräume des Cicero durch das Bundeskriminalamt (BKA) durchsucht. In der Verfassungsbeschwerde ging es nun daher nicht zuletzt um die Auslegung des Grundrechts auf Presseheit sowie um den Informantenschutz als Bestandteil ebendieser.
Das BVerfG hat nun in zweifacher Weise bestätigt, dass die Pressefreiheit doch nicht so einfach gestutzt werden kann. Zum einen entschied es, dass Durchsuchungen der Räumlichkeiten von Presseangehörigen unzulässig sind, wenn dadurch nur ein Informant ausfindig gemacht werden solle. Zum anderen ist auch die Veröffentlichung von Dienstgeheimnissen nicht Grund genug, von einem Verdacht zur Beihilfe auf Geheimnisverrat auszugehen, um auf diesem Weg Durchsuchungen und Beschlagnahmungen zu begründen.
Das BVerfG stärkt damit ein weiteres Mal den Informantenschutz, der eine wesentliche Stütze im pressefreiheitlichen Mediensystem darstellt. Wenngleich man natürlich der Praktik der anonymen Informanten auch äußerst kritisch gegenüberstehen kann, so ist es gerade in einem demokratischen Gesellschaftssystem elementar diese Vorgehensweise zur Erreichung der Kritikfunktion (welche Medien als eine Art der „4. Gewalt“ nunmal darstellen) einen gesonderten Schutz zukommen zu lassen.
Grundrechte sind Grundrechte und nicht an die jeweils aktuellen Gefahrenlagen beliebig anpassbar.
Medienrauschen hat mich auf ein neuerliches Interview von Prof. Christian Pfeifer aufmerksam gemacht. Pfeifer ist der nette Herr Proffessor, der im Staatsauftrag die bösen Seiten der Computerspiele beleuchtet und gerne mal vergisst, dass Sozialwissenschaft nur äußerst selten eine Monokausalität zulässt und man nicht immer einfach „Ursache = Wirkung“ aufzeigen kann (vgl. z.B. ein schönes Interview mit USK-Geschäftsführer Dr. Klaus Spieler auf telepolis). Das Interview bzw. auch ein Transkript davon gibt es übrigens bei WDR5.
Pfeifer glaubt nun herausgefunden zu haben, dass Jugendliche von indizierten Spielen überhaupt nichts wissen, weil man für solcherart Produkte nicht werben darf. Außerdem hätten sie angeblich diese Spiele dann nicht – nur 2,5 Prozent der von ihm befragten Jugendliche gaben an diese Spiele zu spielen bzw. zu besitzen. Nach der Logik hätte der gute alte Kulturposer-Fernsehsender ARTE Einschaltquoten in traumhafter Höhe, RTL wäre ein Witz dagegen. Denn immer wieder zeigt sich in Umfragen, dass eine erstaunlich hohe Anzahl an Menschen angibt, dass sie doch ARTE schauen würde. Nimmt aber die harten (weil direkt am Fernseher abgenommenen und nicht vom Menschen angegebenen) Einschaltquoten liegt ARTE irgendwo im jenseitigen Bereich dessen, was noch gerade gemessen werden kann (sowas wie 0,5 Prozent). Also das alte Problem, dass die Damen und Herren Befragten sozial erwünsche Antworten auf die Fragen geben.
Nimmt man nun mal einen Moment an, dass Jugendliche auch nicht gerade dümmer als der durchschnittsdeutsche Prolet oder Pseudo-Bildungsbürger ist, dann kann man annehmen, dass sie sich bei Fragen zu indizierten Spielen sehr vorsichtig äußern werden. Vor allem, wenn ein staatliches Institut diese Frage stellt.
Die Problematik rund um die Antworten von Probanden und die Schwierigkeiten dieser Deutung sollte man eigentlich in einem recht frühen Stadium des Studiums lernen. Das Gute daran: Auch früher scheint es wohl schon so etwas wie das PISA-Problem gegeben zu haben. Beruhigend, dass heutige Generationen nicht dümmer sind als die früheren.
Und dass man vor neuen Medien nicht immer nur Angst haben muss, das lernen die Alten auch noch (oder werden halt vorher emeritiert…). Bilderstürmer wie Prof. Pfeifer aber, die wird es wohl bei jeder technischen Neuerung geben. Oder um ihn zu zitieren, der ein wenig zusammenhangslos den guten alten Goethe zitiert:
„Dummes Zeug kann man viel reden
Kann es auch schreiben.
Wird weder Leib noch Seele töten.
Es wird alles beim Alten bleiben.Dummes aber vors Auge gestellt
Hat ein magisches Recht.
Weil es die Sinne gefesselt hält,
bleibt der Geist ein Knecht.“
Nunja… Bilderstürmer haben halt immer die gleichen Argumente. Dass sie dadurch richtiger werden, ist wohl bezweifelbar. Und logisch stringenter wird es auch nicht dadurch, dass man einen alten Meister zu Wort kommen lässt.
Aber wo wir gerade dabei sind: Dann will ich sogleich die Bilder von Caspar David Friedrich verbieten lassen. Die sind so melancholisch, die ganze deutsche Jugend wird doch wegen dem so depressiv und begeht Selbstmord. Danke. Nun fühle ich mich sicherer.
Vor ca. 2 Monaten durfte ich einem Vortrag des Geschäftsführers der APA (Austria Presse Agentur), Wolfgang Vyslozil, lauschen. Die APA gehört (wie Vyslozil nicht müde wurde zu betonen) zu den (wie er es nannte) „freien“ Nachrichtenagenturen – im Gegensatz zu den staatlichen oder halb-staatlichen Agenturen. Nimmt man einmal die typischen werbesprachlichen Elemente – und damit den Großteil des Vortrags – weg, dann blieb doch eine äußerst interessante Grundaussage: Die etablierten Nachrichtenagenturen müssen erstmal keine Angst vor dem Internet haben. Diese Frage, ob und wenn wodurch das Internet der APA & seinen Kollegen gefährlich werden könnte, war eines der Hauptpunkte seiner Rede.
Er ging in seiner Argumentation davon aus, dass freie Nachrichtenagenturen in ihrer Stärke unabhängige Informationen zu liefern so stark sind, dass kein Entscheidungträger darauf verzichten kann. Und das soll auf absehbare Zeit so bleiben und dementsprechend wird auch weiterhin für Information gezahlt. Punkt. Zwar gibt es im Internet durchaus freien Content, aber das seien zumeist die Informationen der Tageszeitungen, welche diese wiederum von den Nachrichtenagenturen beziehen würden.
Nach seiner Meinung müssen Informationen vor allem unabhängig sein. Auskünufte von staatlichen Nachrichtenagenturen würde eher mißtraut werden als Mitteilungen von den „freien“ Presseagenturen (wie eben dpa, APA, Reuters, AP,…). Darüberhinaus müssen sie stets aktuell und auch abgesichert sein. Dies würde u.a. dadurch geschehen, dass z.B. erst zwei anderen Agenturen die (internationalen) Meldungen bringen müssten (bzw. bestätigen), bevor sie übernommen werden.
Aber, so frage ich mich jetzt, ist das alles tatsächlich so? Brauchen die Nachrichtenagenturen die frei zugänglichen (wenn auch subjektiveren) Informationen nicht zu fürchten?
Zuerst einmal muss man sich dabei wohl mit dem Begriff der Objektivität vertraut machen. Wie objektiv (auch im Sinne von neutral) sind die Neuigkeiten, die über die Ticker der Presseagenturen gehen? Die Presseagenturen geben z.B. die Informationen der nationalen staatlichen Stellen weiter, beispielsweise die Entwicklung der Inflation oder die neuesten Arbeitslosenzahlen. Dass dies neutral geschieht, ist wohl keine besondere Stärke. Vielmehr stellt sich hier die Frage, warum ich solcherart Nachrichten in Zukunft nicht direkt bekommen sollte, per RSS o.ä.? Denn genau diese Unparteilichkeit (die ja zugegebenermaßen in der Theorie sehr gut klingt!) ist es ja auch, die das Unnütze am deutlichsten erscheinen lässt. Die meisten der Informationen die durch APA, dpa, AP und dem ganzen Nachrichtenrest in den Redaktionsstuben und Wirtschaftsunternehmen landen, hätten auch direkter dort angeschwappt werden können. Denn die staatlichen Stellen sind zum einen verpflichtet solcherart Nachrichten publik zu machen und zum anderen auch durchaus interessiert daran, eine möglichst breite Öffentlichkeit für ihre Meldungen zu erhalten.
Auch die Antworten der Politiker auf diese neuen Entwicklungen werden bestimmt äußerst gerne direkt in die Redaktionen weitergereicht. Das also kann es nicht sein, was die Presseagenturen am Leben erhält. Auch die Mär von der unabhängigen und objektiven Berichterstattung, mithin gerne auch Fakten genannt, ist kaum haltbar. Schaut man sich z.B. den wissenschaftlichen Streit um die Zahl der Kriegsopfer im Irak an (z.B. hier), so darf doch einmal hinterfragt werden, wie eine Nachrichtenagentur richtige Zahlen bringen will, wenn man weder im Land selber noch unter den (vermeintlichen) „Experten“ bzw. Wissenschaftlern eine einigermaßen einheitliche Lösung finden kann. Der Unterschied von 48.000 zu 650.000 Todesopfern ist doch etwas zu beträchtlich. Wie soll eine Nachrichteagentur Informationen während des Krieges „objektiv“ darlegen? „Embedded journalists“ haben vorgemacht, wie schnell man in den Sog nationaler Interessen gerät. Eine wissenschaftliche Untersuchung der Berichterstattung der (immernoch stark amerikanisch geprägten) AP (oder auch Reuters) nach 9/11 steht immernoch aus.
Wenn also eine Nachrichtenagentur mir nicht den Vorteil von tatsächlich richtigen (also 100% vertraulichen) Informationen gibt – sondern nur die von anderen Narichtenagenturen bestätigten bzw. abgeschrieben oder aus gleichen Quellen gewonnen Infos übernimmt – was dann? Wofür brauche ich den Dienst dann? Weswegen gebe ich dann nochmal das Geld aus? Ob ich nun halbrichtige Informationen von der APA, der dpa oder aus einem von mir seit längerem als vertrauenswürdig eingestuften Blog nehme, was macht das für einen Unterschied? Börsenkurse, Wetternachrichten, Fußballergebnisse, ja selbst die Einschätzung des Ministerpräsidenten des Saarlands in Bezug auf die negativen Auswirkungen der Gesundheitsreform in den Punkten der finanziellien Belastung der einzelnen Bundesländer, auch so einen Mist bekomme ich direkt getickert – wenn ich will.
Das einzige (und GENAU HIER ist der USP, das einzigartige Verkaufsargument, das nonplusultra des Verkauschlagers) was mir eine Presseagentur bringt, ist die kurze Zusammenfassung der wichtigsten Punkte des Tages in Bezug auf ein sehr spezielles (und wahrscheinlich relevanten) Themas. Aber DAS hat genau nix mehr mit der tatsächlichen Information zu tun. Hier geht es nur noch um die Aggregierung und vernünftige Zusammenführung von Mitteilungen und Statements zu einem schlüssigen und vor allem äußerst kurzen Ganzem.
Was die Nachrichtenagenturen also tatsächlich leisten, das ist einfach nur die Zusammenfassung, die Vorauswahl, die Simplifizierung der Nachrichtenwelt für die angeschlossenen und nachgereihten Medienunternehmen (Zeitungen, Fernsehen, Internet,…) und somit sind sie bis zu einem gewissen Punkt auch verantwortlich für das was als „Agenda Setting“ bezeichnet wird.
Um zur Anfangsfrage zurückzukommen: Braucht man dafür aber tatsächlich eine bezahlte Nachrichtenagentur – oder anders: Muss eine Nachrichtenagentur nicht eben deswegen das Internet bzw. die neuen elektronischen Möglichkeiten fürchten? Wenn ich einen gut geschrieben Blog für und einen gegen ein bestimmtes Thema gelesen habe, weiß ich sehr viel und u.U. mehr als durch eine APA-Meldung. Qualität ist also äußerst relativ geworden. Und was die Zusammenfassung der Nachrichten zu schlüssigen Versionen (z.B.: Arbeitslosenzahlen, Anmerkung des Regierungssprechers, was sagt die Opposition, was sagen die Wirtschaftsforscher und die jeweiligen Interessenverbände?) betrifft. Ist das nicht alsbald auch mit einer simplen Suchmaschine möglich? In Zeiten der Aufmerksamkeitsökonomie sollte sich so etwas doch so langsam mal realisieren lassen. Eine Art RSS-Feed, welcher bestimmte Pressemitteilungen aggregiert und gemeinsam darstellt. Mittels Tagging wäre es kein Problem, wenn die jeweiligen Informationserstanbieter (also staatliche Stellen, Politik, Unternehmen, etc.) dies machen würden. Eine Reihung nach Wichtigkeit sollte doch auch machbar sein, so dass man nicht das Statement des Lokalpolitikers aus Wipfelsmützhausen zur Steuerreform mitlesen muss.
Gehen müsste das nun bald (gerade mit Yahoo Pipes müsste das doch bereits möglich sein). Ob die Zukunft der Nachrichtenagenturen tatsächlich so sicher ist, wie es APA-Geschäftsführer Vyslozil glaubt, ist fraglich. Hochmut war fast immer der Niedergang von großen Unternehmen und Ideen. Die Zeit ist so langsam gekommen. Manchmal geht es schneller als man denkt.
Man nehme ein Buzzword, eine größere Hand voll Leute und einen noch etwas größeren Haufen an Wörtern und – schwupps – hat man eine durchaus nette Studie…
Via media-ocean bin ich auf eine nette Studie von result „in Zusammenarbeit mit der Medienforschung des Südwestrundfunks“ (heißt also wohl Auftragsarbeit aus dem SWR-Fördertopf) gestoßen. Die gibt es hier als Download in der Kurzfassung.
Auf den ersten Blick sieht es durchaus interessant aus, wenngleich wohl vor allem die üblichen Vorurteile ihren wissenschaftlichen Segen erhalten. Aber nettes Zahlenmaterial.
Nachtrag: Nun weiß ich auch, woher die Nutzertypologien kamen, von denen ich in den letzten Tagen einiges gelesen habe…
Habe gerade die Spielerei meez.com gefunden. Eine Möglichkeit in *hust* „wenigen“ Minuten seine persönliche 3d-Anmiationsfigur herzustellen. Auf der Titelseite sind auch direkt drei schmucke und äußerst schlanke Figürchen zu sehen. Interessanter aber ist die Werbung, welche sich in einem verhältnismäßig großen Teilfenster direkt neben dem Trio befindet. Der Slogan war folgedender:
„What Is The Right Diet For You?“
Das ist doch mal eine äußerst genaue Ansprache potentieller Kunden! Die unterschwellige Botschaft, dass es wiedermal Zeit für eine Diät wird, ist im Umfeld von Animiationsfiguren, die unseren Wünschen nach Schönheit und glatter Perfektion nahekommen, doch äußerst erfolgreich platziert. Ich warte schon sehnsüchtigst auf die nächsten Marketingaktionen…
Kennt jemand noch den Film „Die dritte Generation“ von Rainer Werner Fassbinder? Da gibt es, direkt am Anfang, einen schönen als Telefongespräch getarnten Monolog. Ein Verkäufer von Datenverarbeitungscomputern sinniert über momentane Absatzprobleme:
„Wir haben gerade so etwas wie eine Hetze gegen Datenverarbeitung. Eine Kampange in den Medien sozusagen, verstehen Sie? Jedenfalls will Bonn [hier bitte die Hauptstadt Ihrer Wahl eintragen/Anm.d.V.] gerade jetzt keine neuen Aufträge für Computer erteilen und zudem hat es in Deutschland in letzter Zeit absolut keine neuen Terroraktionen gegeben. Keine Verkaufsargumente also – die Situation ist eben nicht mehr nicht so günstig wie in den letzten Jahren. Das bedeutet natürlich dass mir entscheidende Argumente fehlen. [...] Aber das wird sich ändern. Glauben Sie mir, das wird sich ändern. Sie können sich da ganz auf mich verlassen.“
Diese Sätze kommen einem heute wieder unglaublich aktuell vor. Die Argumentationen scheinen sich zu gleichen. Aber Geschichte wiederholt sich ja nicht…
Ein wenig später sagt ein Kommissar zu ebendiesem Verkäufer übrigens folgendes:
„Ich hatte da neulich einen Traum, da hat das Kapital den Terroriusmus erfunden um den Staat zu zwingen es besser zu schützen. Ist sehr komisch nicht?“ (Gelächter)
Deswegen also – Fassbinder wusste es immerschon am besten. Ein nettes Fundstück, wie ich finde. Mosaiksteinchen zur Abrundung der Geschichte: Der Film wurde angeblich nie im dt. Fernsehen gezeigt. Verschwörungen allenthalben…
Nachdem ich nun aus Zeitgründen ein gutes Quartal lang nichts schreiben konnte, will ich mich nun wieder intensiv meinem Blog widmen (sozusagen: zweiter und letzter Anlauf).
Daher direkt eine interessante Spielerei: Das Start-Up (ist es nicht eigentlich eher ein Spin-Off?) Wikia, aus der Wiki-Gemeinde stammend, hat nun eine Art Hosting-Service für Themen-Wikis erstellt: openserving.
Bei einem ersten Blick sah das Modell durchaus gut aus. Sehr minimalistisch in Äußerlichkeiten (die Ähnlichkeit zu Wikipedia wird wohl gewollt sein); aber dafür alles wichtige dabei, was man für ein erste Wiki benötigt. Das was mich etwas verwunderdert hat, war die „Tour“, die man auf der Hauptseite starten kann. Dort wird explizit auf die Möglichkeit zur Werbeeinnahmengenerierung hingewiesen – und das nun nicht gerade dezent. Verwunderlich, zumindest für mich. Auf der einen Seite sollen die User den Content generieren (so wohl die Idee…), auf der anderen Seite werden dann aber wiederum die Einnahmen dem „Besitzer“/“Gründer“ zugesprochen. Wenn man bedenkt, wie feinfühlig „die Masse“ in der Vergangenheit auf Verkommerzialisierungen reagiert hat, frag ich mich, ob dieses System tatsächlich funktioniert. Überspitzt formuliert: Erst schreibst Du mir einen Artikeln und zwei Kommentare und zum Dank darfst Du dann noch zwei Werbeinformationen anklicken! We’ll see…
Zumindest aber für die Personen, die ein Wiki für Spezialgebiete ohne größeres Interesse an monetärer Vergütung benötigen scheint es eine sehr feine Alternative zu sein – zumal wenn man auf weitere (weltweite) Unterstützung, Vernetzung, etc. hofft.
Wie es aussieht, hat Spiegel Online gerade einen Relaunch seiner Seiten vollzogen.
Nicht ohne Stolz (oder vielmehr mit einer gehörigen Portion Chuzpe) sprechen sie dabei vom „SPIEGEL ONLINE 7.0“ um damit die Vorreiterschaft im Netz anzudeuten – Web 2.0 war gestern, ab heute gibt es SPON in neuem Gewand.
Ohne ketzerisch wirken zu wollen, aber meine Frage wäre doch: Erinnert nur mich das neue Aussehen an das vor-vor-malige Layout? Habe leider keine Bilder im Netz gefunden… vielleicht liege ich ja völlig falsch, aber irgendwie habe ich ein starkes deja-vu-Erlebnis. Geht’s nur mir so?
Wie die Netzzeitung berichtet, sollen für einige englische Begrifflichkeiten der neuen Medienwelt äquivalente deutsche Ausdrücke gefunden werden. Die großartige Idee zur Rettung des Deutschtums in Zeiten internationaler Vernetzung hatte die Aktion „Lebendiges Deutsch“, Zitat:
Wir sind keine Puristen, keine Fremdwort-Jäger, keine Bildstürmer. Wir bejahen die Bereicherung des Deutschen durch fremde Sprachen; und manche Importe gerade aus dem Englischen begrüßen wir. Unsere Initiative richtet sich allein gegen die schiere Anglomanie, gegen das Übermaß.
Grundsätzlich sind fremde Einflüsse ja ganz ok, aber das Englische ist doch nun wirklich das Letzte – das muss man ja wohl noch mal sagen dürfen! Französisch, das geht ja noch; Latein, damit kann man leben – aber Englisch? Diese Proletensprache? Gerade noch die Amerikanische Version davon? Aus einem Land ganz ohne Kultur? Also das nun wirklich nicht…
Wie das nun in der Praxis aussieht, lässt sich an einigen Beispielen aufzeigen: „Pauschale“ anstatt „Flatrate“, „Netzauftritt“ für „Website“ und „Aussetzer“ für „black out“. Tolle Idee, ich warte nur darauf, bis der Erste mir folgenden Satz an den Kopf wirft: „Meine Rechenmaschine hat gerade einen Aussetzer, ich kann daher momentan meinen Netzauftritt nicht aufrufen und das obwohl ich immer meine Pauschale bezahlt habe!“ – billiger bekommt man eine Fahrt ins Grüne zur nächstgelegenen Nervenheilanstalt nicht mehr.
P.S.: Aktuell wird übrigens das Wortpaar „online/offline“ zur Disposition gestellt. Lauen Kalauer in Bezug auf „on line“ und potentiellen Kokainabhängigkeiten diverser Medienschaffender entsage ich hier offiziell.